Trachtenfenster Nr. 1- 2011

Erica FischerEinige Mitglieder der Tanzgruppe Merenschwand stossen mit der Tanzleiterin Erica Fischer (rechts) auf ein gelungenes Schw. Tanzest in Herisau an.
Erica FischerErica Fischer in Aktion


25 Jahre Tanzleitung mit Erica Fischer

Wir gratulieren Erica Fischer ganz herzlich zum 25-jährigen Tanzjubiläum, das man als "silbernen Tanzschuh" bezeichnen kann. Viele Tanzfreudige lernten bei ihr all die Jahre an unzähligen Tanzproben die passenden Schritte für Walzer, Polka oder Mazurka. Für unsere jeweilige Volkstheater wurde sie gefordert zum Stück passende Volkstänze zu finden, was ihr immer bestens gelang. Auch besuchte sie fleissig mit einem Mitglied die kantonalen Proben in Brunegg, die sicher mehr als 250 Probeabende in den 25 Jahren ausmachten.

Erinnerst du dich noch an deine ersten Tanzproben? Was tanzte man vor fast 30 Jahren?

Erica Fischer: Ich wurde von zwei Vereinsmitglieder aus meiner Wohngemeinde Benzenschwil angefragt, ob ich Lust hätte in der Tanzgruppe Merenschwand mitzumachen. Da ich ein "Tanzfüdli" bin, hat mich das interessiert. Schon in der Abschlussklasse besuchte ich einen Tanzkurs und später kamen noch Standart-Tanzkurse dazu. In der ersten Tanzprobe wurde ich gleich einem Partner zugeteilt und der Zieglerjuli stand auf dem Programm. Mairösliwalzer, Wechselpolka und Nagelschmid waren die nächsten, die zu üben waren. Der Einstand hatte bestens geklappt und ich hatte den Plausch. Meine Karriere als Volkstänzerin hatte begonnen.

Welche Erfahrungen hast du in all den Jahren beim Tanzen und im Vorstand gemacht?

Erica Fischer: In dieser langen Zeit hat sich das Volkstanzen in der Tracht doch etwas verändert. Die neuen Tänze kennen heute meistens komplizierte Figuren und haben auch ein schnelleres Tempo, was nicht jedem Jahrgang gleich behagt. In einem Verein soll es Platz für alle Charakteren haben. Die vielen verschiedenen Facetten zu einem gemeinsamen Nenner zusammenfügen ist gelungen, weil die ganze Tanzgruppe auch mitzogen hat.

Warum macht dir das Volkstanzen immer noch Freude?

Erica Fischer: Der Volkstanz ist neben Turnen und Bergwandern mein grösstes Hobby. Ich meine ganz bestimmt Volkstanz, denn das Volk tanzt und die Tracht ist dazu ein wunderschönes Kleid. Auch ist das Tanzen Fitness für Körper und Geist. Internationale Volkstänze zu lernen, das ist noch ein Traum von mir. Ich werde meine Fühler diesbezüglich noch ausstrecken. Toll ist es eine Gruppe zu leiten, wo auch Jugendliche mit Elan mittanzen und sich engagieren. Es freut mich sehr, meiner Nachfolgerin Eveline Waldvogel-Fischer eine "intakte" und aufgestellte Tanzgruppe zu übergeben. Ich wünsche ihr für dieses Amt viel Ausdauer und eine Portion Durchsetzungsvermögen.

Welches waren die Höhepunkte in den 25 Jahren Tanzleitung?

Erica Fischer: Da wäre einiges aufzuzählen: Viele Tanzfeste, Brauchtums-Umzüge, unsere Volkstheater, Geburtstage, Hochzeiten und auch unsere Trachtenreisen. Viele dieser unterschiedlichsten Anlässe habe ich geholfen mitzugestalten. Auch jeweils mit den Organisatoren und den Trachtenleuten gebangt und gehofft, dass alles gut über die Bühne gehe. Unvergessen bleibt mir sicher ein Fernsehauftritt in einer Halle mit Wisel Gyr unter der Leitung des damaligen kantonalen Tanzleiters Heinz Baumann. Wir hatten viel geübt und waren bei den Fernsehaufnahmen sehr nervös. Nach drei Minuten war der Spuk schon vorbei. Kein Platz für Spontanität, alles war bis ins Detail geplant.
Gerne erinnere ich mich an die Einladung vom Musikverein Beinwil Freiamt, wo wir zusammen einen Auftritt im nahen Freiamt im Schwarzwald hatten. Eine solche riesengrosse Kuchenauswahl wie dort habe ich bis jetzt nie mehr gesehen! Mit den Gastgebern durften wir sehr viel Kirschlikör geniessen!
Die Merenschwander Trachtengruppe feierte vor sechs Jahren ihr 75-jähriges und die Freudenberger Blaskapelle ihr 30-jähriges Bestehen. Ein Grund für uns, um zusammen zu feiern. Blasmusik und dazu Tanzen, zum Beispiel die Löffelpolka oder den Jubiläumsschottisch, dies zu verbinden war wiederum eine spezielle Herausforderung für mich als Leitung und auch für die Tanzenden.

Hast du vielleicht noch eine kurze Anekdote zum Volkstanzen?

Erica Fischer: Tanzbeschreibungen muss man lesen lernen und in die speziellen Schritte umsetzen. Da meinte doch einmal ein Musikant, wenn er Teil A spiele sei dies immer die gleiche Reihenfolge, egal welche Musik oder Tanzart, ob Walzer, Marsch oder Polka. Unser Lacher waren ihm sicher, weil dies die Tanz-Choreographen gar nicht so handhaben. Aber ich halte es mit dem folgenden Spruch: "Mensch lerne Tanzen, damit die Engel im Himmel wissen, was sie mit dir dort oben anfangen sollen."
Wir danken Erica Fischer ganz herzlich für die unzähligen Tanzproben und wünschen ihr für die Zukunft weiterhin frohe Tanzstunden.

Die Fragen stellte Hanni Schriber-Neiger.